Nachhaltig bauen mit feuerverzinktem Stahl
Foto: djd/Institut Feuerverzinken
(djd). Passivhäuser, Null- oder Plusenergiehäuser sind Gebäude, die ihren Energieverbrauch minimieren und aus Sonne, Erdreich oder Luft selbst so viel produzieren, dass sie unter Umständen sogar noch Energie abgeben können. Der Eindruck, sie seien deswegen vollkommen umweltneutral, täuscht dennoch. Auch für Herstellung und Transport der Baumaterialien, den Bau selbst und die
Instandhaltung und Renovierungen müssen Rohstoffe und Energie aufgewendet werden. Wie hoch der Aufwand ausfällt, hängt nicht zuletzt von der Gesamt-Ökobilanz der verbauten Materialien ab.
Lange Lebensdauer
Dass ein industriell hergestellter Werkstoff wie feuerverzinkter Stahl ökologisch sehr gut abschneidet, ist für Umwelt- und Bauexperten wenig überraschend. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen seine außergewöhnliche Nachhaltigkeit. Bei Betrachtung der Gesamt-Ökobilanz von der Rohstoffgewinnung bis zur Wiederverwertung sorgen vor allem die Langlebigkeit, die 100-prozentige Recyclingfähigkeit und der geringe Ressourcenverbrauch bei der Produktion für hervorragende Ergebnisse. Der dauerhafte und robuste Zinküberzug schützt Stahl auch noch nach Jahrzehnten vor Korrosion, die für enorme volkswirtschaftliche Folgekosten verantwortlich ist. Wartungen und Instandhaltungen fallen in dieser Zeit nicht an. Hierdurch werden nicht nur Kosten gespart, sondern auch die Umwelt geschont, da zusätzliche Material- und Ressourcenaufwendungen für Erneuerungen erst gar nicht entstehen.
Kurze Wege
Das Feuerverzinken, bei dem Stahlteile in ein 450 Grad heißes Zinkbad getaucht werden, ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein Verfahren der kurzen Wege. Mit rund 160 Feuerverzinkereien gibt es in Deutschland ein flächendeckendes Netz von Anbietern. Die dezentrale Produktionsstruktur stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern sorgt auch dafür, dass die Wege zwischen Stahlverarbeitern, Feuerverzinker und Einsatzort kurz bleiben.
Feuerverzinkter Stahl hat mehr als ein Leben
Das Leben eines feuerverzinkten Stahlbauteils ist mit dem Ende seiner Nutzung noch lange nicht vorbei. Viele Teile, wie etwa Leitplanken an der Autobahn, werden nach Jahrzehnten erneut in die Feuerverzinkerei gegeben und aufs Neue feuerverzinkt. Soll der Stahl recycelt werden, kann er einfach mit anderem Stahlschrott zusammen eingeschmolzen werden. Das Zink verflüchtigt sich bei diesem Prozess, wird aber in Filtern aufgefangen und ebenfalls weiterverwertet. Zink lässt sich beliebig oft und ohne Qualitätsverluste wiederverwenden.